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Frage:
sich in etwas finden  
von Deseret (SI), Last modified: 2019-10-03, 16:02  like dislike  Spam?  
Bei     den Mathematikern  wurde  das  Spiel  zu  einer  hohen  Beweglichkeit  und  Sublimierungsfähigkeit  gebracht  und  gewann  schon  etwas  wie ein Bewußtsein seiner selbst und seiner  Möglichkeiten,  und  das    ging    parallel    mit    der    allgemeinen    Entwicklung    des damaligen  Kulturbewußtseins,  das  die  große  Krise  überwunden  hatte   und   sich,   wie   Plinius   Ziegenhalß   es   ausdrückt,   »mit bescheidenem  Stolze  in  die  Rolle  fand,  einer  Spätkultur,  einem  Zustande  anzugehören,  welcher  etwa  dem  der  Spätantike,  des  hellenistischalexandrinischen Zeitalters entsprach«.

"und   sich, ... mit bescheidenem  Stolze  in  die  Rolle  fand": I know this is supposed to mean something like "it reconciled itself with modest pride to the role", but I don't see any logic behind this phrase. Why are the "sich" and "in etwas" both in accusative? It would be logical, at least in terms of grammar, to say sich (Akkusativ) finden in etwas (Dativ) or sich (Dativ) in etwas (Akkusativ) but why two Akkusativs?
Antwort: 
von MarkusMunich (DE), 2019-10-03, 19:16  like dislike  Spam?  
 #912749
hier ist nicht gemeint "sich in einer Rolle (Dativ) finden", sondern "sich in eine Rolle (hin-)einfinden" (Akkusativ, hineinfinden in etwas)
Antwort: 
 sich in etw finden acc > to reconcile oneself to sth, to become reconciled to sth  #912756
von Proteus-, 2019-10-03, 20:16  like dislike  Spam?  217.149.163....
Antwort: 
von MichaelK (US), Last modified: 2019-10-04, 14:33  like dislike  Spam?  
 #912763
.
I think the "finding" here suggest a process of self-definition, not reconciliation with something outside of itself. The modest pride felt implies work done over time (the self-definition, in my view), not the usual compromise of reconciliation.

Something like ...felt modest pride at having succeeded in finding the role of belonging to a mature culture, to a state of being roughly comparable to....
Antwort: 
zwei mal Dativ nur in "ick kann mir nicht helfen, ick find mir schön" (im Spiegel) // Synonyme (Duden, DWDS): sich abfinden, sich fügen, sich schicken  #912769
von hausamsee (DE), Last modified: 2019-10-04, 16:59  like dislike  Spam?  
in dieser besonderen Form (sich in etw. finden) hat das reflexive Verb eine andere Bedeutung als das nichtrefelxive, das unterschiedliche Bedeutung haben kann. Dann haben wir i.d.R. Akkusativobjekte (etw., jmdn. für etw. halten, eine Meinung über etw., jmdn. haben // nach Suchen oder zufällig auf etw., jmd. stoßen). Das Akkusativobekt fällt aber hier weg; Handlungsträger und Ziel fallen zusammen. Bei sich in etw. finden darf aber sich auch nicht als (rückbezügliches) Objekt (Akk.) aufgefasst werden, wie in Fällen von "Selbstfindung" (ich kenne hierfür auch keinen korrekten Ausdruck - nicht: er hat sich gefunden) oder wie bei der Autorin, die "sich in der Übersetzng überhaupt nicht wiederfindet". Darum muss "sich" aber nicht automatisch Dativobjekt sein. Vielleicht könnte man das Reflexivpronomen wie bei den "echten" reflexiven Verben als Teil des Prädikats auffassen (sich freuen, sich irren ..,). Das Subjekt wirkt jedenfalls nicht nicht nach außen; es handelt sich nicht um ein resultatives Verb. Es wird eher ein Prozess beschrieben, dem man eine Richtung zuordnen kann (wie MarkusMunich bereits andeutete, und daher hier auch kein Dativ).

Hesse scheint hier tatsächlich eher einen Prozess der Orientierung zu beschreiben, sich durchfinden, zurechtkommen. So hätte ich es auch zuerst gelesen, eine gewisse "Findigkeit" (Geschicklichkeit) spielt mit hinein, sich in etw. (hinein)finden. Duden und DWDS nennen aber Synonyme etwas passiverer Natur: sich abfinden, sich fügen, sich schicken, sich zufriedengeben.
Chat:     
von MichaelK (US), Last modified: 2019-10-04, 18:13  like dislike  Spam?  
 #912772
Nur als redeseligen Nachtrag: Es ist ja nicht unbedingt Hesse, der hier zu uns spricht, sondern Plinius Ziegenhalß, eine von Hesse erfundene Romanfigur. Der 'Zustand', dem man angehören will, herrscht in dem von Ziegenhalß so benannten 'feuilletonistischen Zeitalter', das wiederum ein Ziegenhalß-Konstrukt ist. Vieles deutet m.E. darauf hin, dass man sich nicht abgefunden, sondern er-funden hat.
Chat:     
von Deseret (SI), 2019-10-04, 19:56  like dislike  Spam?  
 #912776
OK, Danke allen / thanks.
Chat:     
von hausamsee (DE), Last modified: 2019-10-04, 23:46  like dislike  Spam?  
 #912778
4; MichaelK, ich fand es ja zumindest interessant, dass unsere Lexika sich in etw. finden unerwartet auf einen Begriff bringen, der sich kaum aus anderen Verwendungsweisen von (sich) finden ableiten lässt. DWDS hat "sich in etw. schicken, fügen, sich mit etw. abfinden", Beispiel: Ich fand mich überraschenderweise sehr schnell in meine neue Rolle als Schofför. Hier ist es die Rolle, aber auch "sich in sein Schiksal fügen" muss nicht so pessimistisch klingen wie "sich abfinden". In deiner Interpretation ist es (Ziegenhalß zufolge) vielleicht nur eine vermeintliche Selbsterkenntnis des "Kulturbewusstseins" des "feuilletonistischen Zeitalters" sich in der Rolle einer Spätkultur wiederzufinden. Wenn es jedoch heißt "mit bescheidenem Stolze", so sehe ich es, ist dennoch eine (Selbst)Erkenntnis angesprochen. Es wäre also der eigene Mangel an Authentizität erkannt als bezeichnend für jenes Zeitalter, der sich auch auf die eigene Erkenntinsfähigkeit auswirken müsste. Das wäre aber genau die zutreffende Erkennins (der eigenen Rolle). Um es etwas verrätselt auszudrücken, Selbsterkenntnis kann auch Fatum sein; sich in sein Schiksal zu "schicken" muss also nicht surrender, sich abfinden sein. Das "Kulturbewusstsein" "findet sich in" seine eben (nach der "Krise") erkannte, wenn auch zweifelhafte Rolle.
Chat:     
von MichaelK (US), 2019-10-05, 23:19  like dislike  Spam?  
 #912787
Danke für den Kommentar, hausamsee! Merkwürdig, hab jetzt den Ohrwurm drin "Denn wie man sich bettet, so liegt man", aus Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny.

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